Manche Geschichten erzählt man am liebsten zweimal. Anja und Marius haben sich bereits vor einigen Jahren standesamtlich auf Schloss Freudenstein das Ja-Wort gegeben – und sind im Oktober 2022 zurückgekehrt, um auch kirchlich zu heiraten. Für mich war es das zweite Mal an diesem Ort, das zweite Mal mit den beiden, und genau diese Vertrautheit hat dem Tag eine ruhige, gelöste Atmosphäre gegeben. Eppan an der Weinstraße zeigte sich von seiner schönsten Herbstseite: warmes Licht, weiche Farben, und über allem der Blick hinüber zum Rosengarten.
Das Schloss thront hoch über den Weinbergen Südtirols und bietet einen Rahmen, der ohne Inszenierung auskommt. Anja, ihre Trauzeuginnen und ein großer Teil der 110 Gäste waren direkt im Schloss untergebracht – das Getting Ready entstand zwischen alten Mauern und hellen, behutsam sanierten Räumen, die historischen Charakter und moderne Klarheit vereinen. Der First Look fand im Schlosshof statt, ruhig, fast für sich. Später folgte das Brautpaar-Shooting auf der Terrasse mit weitem Blick über die Weinhänge bis zu den Dolomiten – einer dieser Momente, in denen Atmosphäre und Architektur einfach zusammenpassen.
Der heimliche Höhepunkt des Abends war die Orangerie. Hier hat die Band des Kamehameha Club aus Frankfurt gespielt – und das so kompromisslos, dass die Tanzfläche vom ersten Song an voll war und es bis spät in die Nacht blieb. Ich habe selten erlebt, dass eine Live-Band einen Raum so trägt. Genau diese Mischung macht für mich eine Hochzeit auf Schloss Freudenstein aus: stille, redaktionelle Bilder am Tag, leise Zwischentöne im Hof, und am Abend dann diese ehrliche, ungebremste Freude in der Orangerie. Casual Editorial, gepaart mit dem mediterranen Flair Südtirols – genau so, wie ich Hochzeiten am liebsten erzähle.